Arithmetische Reihe: Unterschied zwischen den Versionen
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== Einführung == | |||
==Einführung== | |||
Die '''Gaußsche Summenformel''', auch ''kleiner Gauß'' genannt, ist eine Formel für die Summe der ersten <math>n</math> aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen. | Die '''Gaußsche Summenformel''', auch ''kleiner Gauß'' genannt, ist eine Formel für die Summe der ersten <math>n</math> aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen. | ||
Allgemein wird sie in der Mathematik durch die folgende | Allgemein wird sie in der Mathematik durch die folgende Gleichung dargestellt: | ||
<math>\sum_{k=1}^{n} k = 1 + 2 + 3 + \dots + n = \frac{n(n+1)}{2}</math> | <math>\sum_{k=1}^{n} k = 1 + 2 + 3 + \dots + n = \frac{n(n+1)}{2}</math> | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Diese Summenformel, wie auch die | Diese Summenformel, wie auch die Formel für die Summe der ersten Quadratzahlen, war bereits in der vorgriechischen Mathematik bekannt. | ||
Carl Friedrich Gauß | Der Legende nach entdeckte Carl Friedrich Gauß diese Formel als neunjähriger Schüler für sich wieder. Die Anekdote ist durch den Geologen Wolfgang Sartorius von Waltershausen überliefert: | ||
> „Der junge Gauss war kaum in die Rechenclasse eingetreten, als Büttner die Summation einer arithmetischen Reihe aufgab. Die Aufgabe war indess kaum ausgesprochen als Gauss die Tafel mit den im niedern Braunschweiger Dialekt gesprochenen Worten auf den Tisch wirft: »Ligget se’.« (Da liegt sie.)“ | > „Der junge Gauss war kaum in die Rechenclasse eingetreten, als Büttner die Summation einer arithmetischen Reihe aufgab. Die Aufgabe war indess kaum ausgesprochen als Gauss die Tafel mit den im niedern Braunschweiger Dialekt gesprochenen Worten auf den Tisch wirft: »Ligget se’.« (Da liegt sie.)“ | ||
> – ''Wolfgang Sartorius von Waltershausen'' | > – ''Wolfgang Sartorius von Waltershausen'' | ||
== Erklärung und Herleitung == | == Erklärung und Herleitung == | ||
Wie berechnet man die Summe <math>1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8</math> möglichst effizient? Man gruppiert die Summanden geschickt paarweise: | |||
# Zuerst addiert man den kleinsten und den größten Wert: <math>1 + 8 = 9</math> | |||
# Dann den zweitkleinsten und den zweitgrößten Wert: <math>2 + 7 = 9</math> | |||
# Zuerst | # Dieses Muster setzt man fort: <math>3 + 6 = 9</math> | ||
# Dann | # Und das letzte Paar: <math>4 + 5 = 9</math> | ||
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Das Ergebnis lässt sich | Das Ergebnis lässt sich so auf eine einfache Multiplikation reduzieren: | ||
<math>(8 | <math>(1+8) + (2+7) + (3+6) + (4+5) = 9 + 9 + 9 + 9 = 4 \cdot 9 = 36</math> | ||
Es | Es existieren also genau vier Paare, die jeweils die Summe <math>9</math> ergeben. Allgemein lässt sich jede Folge aufeinanderfolgender ganzer Zahlen mit zwei Schritten zusammenfassen: | ||
* | * Man addiert die kleinste und die größte Zahl der Reihe. | ||
* | * Man multipliziert dieses Zwischenergebnis mit der Anzahl der gebildeten Paare (genau der halben Anzahl der Summanden). | ||
=== Beispiel mit ungerader Anzahl an Summanden === | === Beispiel mit ungerader Anzahl an Summanden === | ||
Dieses Prinzip gilt auch bei einer ungeraden Anzahl an Summanden. Die ungepaarte Zahl in der Mitte der Sequenz wird dabei einfach als „halbes Paar“ betrachtet. | |||
Ein Beispiel für die Summe <math>1 + 2 + 3 + 4 + 5</math>: | Ein Beispiel für die Summe <math>1 + 2 + 3 + 4 + 5</math>: | ||
Es | Es lassen sich zwei vollständige Paare bilden (<math>1 + 5 = 6</math> und <math>2 + 4 = 6</math>). Die verbleibende <math>3</math> entspricht exakt der Hälfte der Paarsumme <math>6</math>. Insgesamt hat man also <math>2{,}5</math> Paare: | ||
<math>2,5 \cdot 6 = 15</math> | <math>2{,}5 \cdot 6 = 15</math> | ||
== Allgemeine Formel == | == Allgemeine Formel == | ||
Überträgt man dieses Prinzip auf eine beliebige natürliche Zahl <math>n</math>, so beträgt die Summe des kleinsten und größten Summanden (<math>1</math> und <math>n</math>) stets <math>n + 1</math>. | |||
Da es insgesamt <math>n</math> Zahlen gibt, existieren exakt <math>\frac{n}{2}</math> Paare (unabhängig davon, ob <math>n</math> ungerade oder gerade ist). Daher | Da es insgesamt <math>n</math> Zahlen gibt, existieren exakt <math>\frac{n}{2}</math> Paare (unabhängig davon, ob <math>n</math> ungerade oder gerade ist). Daher berechnet sich die Summe der Zahlen von <math>1</math> bis <math>n</math> wie folgt: | ||
<math>(n + 1) | <math>\frac{n}{2} \cdot (n + 1) = \frac{n(n+1)}{2}</math> | ||
Ausmultipliziert ergibt dies die oft in der Informatik zur Laufzeitanalyse verwendete Darstellung: | |||
<math>\frac{n^2}{2} + \frac{n}{2}</math> | <math>\frac{n^2}{2} + \frac{n}{2}</math> | ||
[[Kategorie:Lineare_Algebra]] | [[Kategorie:Lineare_Algebra]] | ||
[[Kategorie:AHR_I_Informatik_LK]] | |||